Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

Mobbing

Mobbing bedeutet eine "feindselige Kommunikation" am Arbeitsplatz - eine Person wird von anderen wiederholt und systematisch schikaniert, belästigt, bloßgestellt, beleidigt, verspottet, ausgegrenzt oder in ihrer Arbeit behindert und empfindet sich in dieser Situation als unterlegen. Häufig gehen der Mobbingsituation Konflikte voraus.

In der Öffentlichkeit sorgt dieser Begriff seit Jahren für höchste Aufmerksamkeit. Dabei gibt es Feindseligkeiten, Willkür und Intrigen am Arbeitsplatz schon länger als diesen Begriff.

Neu allerdings ist, wieviele Menschen über Ausgrenzung, Schikane, seelische Belastungen am Arbeitsplatz klagen. Die Veränderungen in der Arbeitswelt und die Angst vor Arbeitsplatzverlust scheinen vielerorts zu einer Verschlechterung der innerbetrieblichen Kommunikation zu führen - in Konflikten äußerst fatal.

Wer Mobbing über längere Zeit ausgesetzt ist - und sich als Mobbingopfer fühlt -, hat immer unter psychosomatischen Belastungen wie Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, Angstsymptomen, Magen-Darmerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Störungen zu leiden. Vor allem das eigene Selbstbewußtsein wird schnell geschädigt - und damit die Fähigkeit, sich in der Auseinandersetzung erfolgreich zu behaupten.

Auch für das Unternehmen und die Solidargemeinschaft allerdings bringen Mobbingsituationen (oder auch nur Mobbingvorwürfe) erhebliche Belastungen mit sich.

Konflikte gehören zum Leben und zur Arbeit

Unsere Überzeugung ist: Konflikte gehören zum Leben - und damit zur Arbeit. Sie bergen immer eine Chance zur Veränderung und zur Entwicklung in sich - auch wenn sie oft schwer auszuhalten sind und mitunter schmerzhafte Konsequenzen haben. Ohne Konflikte wäre unser Leben ärmer.

Mobbing jedoch ist eine destruktive Art Konflikte zu behandeln. Mobbing leugnet, dass Konflikte immer eine Angelegenheit aller beteiligten Streitparteien sind.

Mobbing macht allein eine Partei verantwortlich, stempelt allein eine Person zum Sündenbock. Mobbing zerstört das Selbstwertgefühl der betroffenen Person. Mobbing lässt niemandem eine Chance, den Konflikt fair zu behandeln und zu Ende zu bringen.

In Konflikten tauchen unweigerlich ethische Fragen auf: nach dem richtigen Umgang zwischen den Menschen, nach Gerechtigkeit, nach Heilung von Verletzungen, nach Versöhnung von Feindschaft oder der Forderung nach Buße. In unserer Arbeit mit Menschen und Gruppen, die in Konflikte verwickelt sind, leiten uns christliche Prinzipien wie das Prinzip der Nächstenliebe, der unveräußerlichen Würde des Menschen oder der Gottesebenbildlichkeit des Menschen. Sie verleihen unserer Überzeugung Kraft, dass Konflikte und Auseinandersetzungen unter Menschen sein sollen, sein müssen, sein dürfen - sofern ihre Würde dabei geachtet wird und Ausgleich, Heilung oder Versöhnung möglich sind.

Daher setzt sich der KDA dafür ein, Mobbing am Arbeitsplatz zu ächten. Wir arbeiten daran, Menschen gleich welcher Funktion in der Arbeitswelt individuell konfliktfähiger zu machen und gleichzeitig funktionierende betriebliche Verfahren zur konstruktiven Konfliktbearbeitung zu entwerfen und zu stärken.

Der KDA bietet Einzelberatung und Mobbinggruppen für Menschen, die von Mobbing betroffen sind, an.

Auch Unternehmen können Beratung in Anspruch nehmen: auf konkrete Mobbingsituationen bezogen oder auch in Fragen der Prävention.