Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

Peter Kruse

Der KDA als Dienstleister

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Pastor Peter Kruse (1996-2007)

Als Pastor Peter Kruse Anfang 1996 die Leitung des Nordelbischen KDA übernahm, zählte der Mitarbeiterstamm mehr als 40 Kolleginnen und Kollegen an insgesamt zehn Standorten. Damals war noch nicht absehbar, dass am Ende seiner Amtszeit eine personelle .Kernschmelze. stehen würde, die mit einer Reduzierung des Personalbestandes um Zweidrittel einhergehen sollte. So ist Pastor Kruse der letzte Leiter eines im Bereich von Arbeit und Wirtschaft weitgehend eigenverantwortlich agierenden kirchlichen Dienstes. Seit dem Herbst 2008 gehört der KDA zum Hauptbereich 2 (.Seelsorge, Beratung und ethischer Diskurs.) der Nordelbischen Dienste und Werke.

Auf seine neue Aufgabe als Leiter war Peter Kruse gut vorbereitet, hatte er doch bereits 1991 die Leitung des KDA im Sprengel Hamburg mit 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an vier Standorten von Pastor Gottfried Leich übernommen. Was Pastor Kruse auszeichnete, war seine globale und ökumenische Sicht auf wirtschaftspolitische Zusammenhänge. Diese Perspektiven hatten sich ihm in den zehn vorangehenden Jahren als Pastor der Hamburger Studierendengemeinde (ESG) erschlossen, die von ausgedehnter kirchlich-kultureller Kommunikation mit Studierenden aller Herren Länder geprägt waren.

Für den KDA waren die Bedingungen in den neunziger Jahren einigermaßen günstig: Relativ stabile Finanzen und ein altersmäßig gut gemischtes Mitarbeiterteam boten Raum und Zeit, um gemeinsam etwas zu versuchen, neue Produkte zu entwickeln und am Markt anzubieten. Genannt seien die vielfältigen Beratungsangebote für Arbeitssuchende, Fortbildungs- und Personalentwicklungsprojekte oder die Diskussionen zur Corporate Identity des KDA. Als Hamburger Leiter nutzte Kruse die Gelegenheit, um sich in Personalführung und Projektmanagement fortzubilden und einen Einstieg in die Strukturen der Partnerorganisationen zu finden.

Mit seinem Amtsantritt hat sich der KDA über Leuchtfeuer-Events inner- und außerkirchlich neu positioniert. Zu erwähnen sind hier der .Politische Advent. in Hamburg, Aschermittwochsempfang, .Maritimes Frühstück. sowie die .Begegnung von Kirche und Wirtschaft im Advent. in der Landeshauptstadt Kiel. Hinzu kamen vielfältige Aktivitäten rund um den .Tag der Arbeit., Betriebsbesuche, Betriebsrätetreffen, Begegnungen mit Landwirtschaft und Handwerk sowie Gespräche mit Geschäftsleitungen und gewerkschaftlichen Funktionsträgern. Das .Betriebsklima. im KDA beschreibt Pastor Kruse als .vertraulich, effektiv und kollegial..

Mit einer Reihe von Veröffentlichungen hat sich der KDA am gesellschaftspolitischen und sozialethischen Diskurs beteiligt. Zu nennen sind hier die jährlichen Geschäftsberichte, die monatliche Seite in der Nordelbischen Kirchenzeitung (.Kirche, Wirtschaft und Kultur.) sowie die Edition von Büchern und Schriften zu unterschiedlichen Themenbereichen.

In Ansätzen sei es gelungen, den KDA zu einem .allseits anerkannten Dienstleister und aktiven Player in den Bereichen Wirtschaft, Arbeit und Kirche zu machen., so Peter Kruse im Rückblick. Positiv sei, dass der Personalreduzierungsprozess ohne Arbeitsgerichtsprozesse und auf Augenhöhe mit den Betroffenen abgeschlossen werden konnte. Allerdings frage er sich bis heute, ob ein Personalabbau in dieser Höhe wirklich notwendig war.

Was von den elf Jahren der Leitung Pastor Peter Kruses in Erinnerung bleibt, hängt vom jeweiligen Standpunkt ab. Gesprächs- und Kooperationspartner haben gelegentlich seine Gabe gerühmt, in freier Rede den Bogen der Darstellung von der Analyse der aktuellen weltwirtschaftlichen Lage über die nationalen Gegebenheiten bis hin zu den Akzenten des regionalen, norddeutschen Wirtschaftsraumes und der Positionierung des KDA in seinen unterschiedlichen Arbeitsfeldern zu spannen.

Harald Schrader